Mittwoch, 28. März 2007

Bristoler Nachtleben

Ich hoffe, der Titel verspricht nicht zuviel. Da meine Erfahrungen mit der Bristoler "Clubszene" sehr begrenzt sind, finde ich, dass es schon ein Post wert ist, wenn ich schon einmal Bekanntschaft mit den bristoler Partypeople mache. Anlässlich des Geburtstages meiner Mitbewohnerin sind wir ins "Thekla" gegangen. Wie man auf dem Foto sieht, handelt es sich dabei um ein Schiff. Auf dem "Oberdeck" gibt es eine Art Pub, wo man gemütlich sitzen und auch essen kann. Wir sind dann später, nachdem uns Amanda durch ihren weiblichen Charme freien Eintritt verschafft hat, ins "Unterdeck" (sind wahrscheinlich nicht die richtigen Ausdrücke, nenne das jetzt einfach mal so) gegangen, wo ein Konzert stattfand. Bevor wir jedoch in den Genuss der Band kamen, wurden wir zuerst mit übelster Technomusik gequält, die in der bristoler "Clubszene" wohl besonders beliebt zu sein scheint.
"The Mules" (Die Maulesel, laut Wörterbuch) machten ihrem Namen jedoch alle Ehre (britischer Rock, sehr witzig, ziemlich verrückt und etwas hektisch, aber auf jeden Fall gut zum Abzappeln). Der Schlagzeuger war gleichzeitig auch der Sänger, was ziemlich beeindruckend war, weil es doch ganz schön anstrengend zu sein schien. Leider sind die auf dem Bild nicht gut zu erkennen.
Wenn man schon über das bristoler Nachtleben erzählt, kommt man gar nicht drumherum über den Aufzug mancher englischer Mädels zu lästern, bei dem man sich ernsthaft fragen muss, ob das wirklich so sein muss oder die Gute bereits beim Aufhübschen angeschäkert war. Obwohl es sich beim "Thekla" um ein eher alternativeres Publikum handelt, begegnete man doch nicht wenigen Vertreterinnen der Minirock- und weiße Pfennigabsatzstiefelfraktion. Vor allem Leggins scheinen zumindest in England wieder voll "in" zu sein. Juhu, es leben die 80er! Dabei ist es völlig unerheblich, ob dieser Aufzug der Figur schmeichelt oder eher nicht (was hier weitaus häufiger der Fall ist, da ein großer Teil der englischen Bevölkerung ähnlich wie in den USA unter Übergewicht leidet). Auf jeden Fall trifft man hier weitaus mehr "Girlies" als in Deutschland.

Montag, 26. März 2007

Zurück ins 19. Jahrhundert

... oder war es das 18. ? Wie auch immer. Ich habe am Wochenende auf jeden Fall eine kleine Zeitreise unternommen. Bin dafür mit dem Bus ins Bristoler Umland nach "Blaise Castle" gefahren und habe mir "Blaise Castle House" angesehen. Ein Anwesen aus dem 18. (oder 19.) Jahrhundert, in dem Gegenstände aus dem damaligen Alltag (Küchengeräte, Spielzeug, Kloschüsseln...) ausgestellt sind. Besonders beeindruckt hat mich die Ausstellung über die zeitgenössische Mode. Ganz schön unbequem, wenn man nicht von Natur aus eine Wespentaille hat. Aber sehr hübsch. Fühlte mich ein bißchen wie in einem Jane Austen Roman. Da bekommt man wirklich Lust in die Zeit zurückzureisen. Allerdings möchte ich dann lieber zur wohlhabenderen Gesellschaft gehören.
Leider kann man den Zettel auf diesem Bild nicht gut lesen ("If you can not resist the urge to feel the wallpaper then please touch this sample rather than damage the actual walls"). Frei übersetzt ist das die britische Art zu sagen "Wenn du schon nicht deine Futtfinger von der Tapete lassen kannst, dann still dein Bedürfnis an diesem Stück, anstatt mit deinen Griffeln die echte Tapet zu zerstören". Sehr aufmerksam, man will ja nicht den Forscherdrang anderer unterdrücken.

Ich bin danach noch ein bißchen auf dem Gelände herumgestreunt und dabei auf eine alte Mühle und auf dieses bezaubernde Hexenhäuschen gestoßen. Die Engländer scheinen sehr fasziniert von "Hänsel und Gretel" zu sein.














Um meiner neuesten Angewohnheit treu zu bleiben jeden Hügel, auf dem ein Turm oder sonst irgendein historisches Gebäude steht, zu erklimmen (und davon gibt es in England nicht gerade wenige), habe mich auf dem Weg zu "Blaise Castle" gemacht. Dabei wird einem als Tourist die Wahl gelassen zwischen dem einfachen, bequemen, langweiligen und dem anstrengenden, matschigen und spannenderen Weg. Habe mich natürlich für letzteren entschieden, obwohl ich nicht gerade die richtigen Schuhe (was in diesem Fall Gummistiefel gewesen wären) getragen habe.
Na ja, nach meinem beschwerlichen Aufstieg habe ich auf jeden Fall ersteinmal die Aussicht auf Bristol genossen.

Sonntag, 11. März 2007

Croeso i Gymru

Das war walisisch ("Willkommen in Wales"). Nein ich bin nicht auf der Tastatur verrutscht. Diese Sprache sieht wirklich aus wie eine scheinbar wahllose Aneinanderreihung von Konsonanten. Sie hört sich auch so an. Ich habe mir mal Cardiff angesehen, die Hauptstadt von Wales. Nur so, um mal dagewesen zu. Ist ganz schön da, aber nicht besonders bemerkenswert. Nachdem ich ein paar "Chips" in einem Kaffee im "Cardiff Market" verdrückt habe, dessen Name seinem Charme entsprach ("The bulldog café"), habe ich mich aufgemacht, um Cardiff zu erkunden. Nach einem kleinen Stadtbummel bin ich zu Cardiff Bay gelaufen. Rechtzeitig zu meiner Ankunft fing es natürlich heftig an zu regnen. Habe mich daher in diversen Museen und
Touristenzentren herumgetrieben, die aber alle
nicht so sehr spannend waren. Aber immerhin habe ich mich dieses Mal nicht verlaufen und bin auch auf Anhieb in den richtigen Zug gestiegen, der allerdings eine halbe Stunde Verspätung hatte (die englischen Zuggesellschaften sind auch nicht zuverlässiger als die deutsche Bahn, da fühlt man sich doch gleich ein wenig heimischer). Als ich im Touristencenter nach der richtigen Busverbindung gefragt habe, bin ich doch glatt auf eine Landsfrau gestoßen. War ganz witzig mit einer völlig fremden Person deutsch zu sprechen.






("Meins meins...!")