Mittwoch, 30. Mai 2007

Back in the UK

Habe mit Erschrecken festgestellt, dass ich meinen Blog schon auffällig lange vernachlässigt habe. Das liegt vermutlich zum einen daran, dass meine Kreativität momentan etwas zu wünschen übrig lässt und zum anderen, dass sich nicht viel Berichtenswertes ereignet hat in den letzten Wochen. Und sowieso war ich in der letzten Woche schließlich in Deutschland...
Bin übrigens wie immer heil und gesund angekommen, obwohl ich dank der wohlorganisierten Deutschen Bahn eine sehr stressige Anfahrt zum Flughafen hatte, da ich aufgrund einer 50(!)minütigen Verspätung des Zuges meinen Anschlusszug nach Schiphol verpasst habe. Die Züge fahren zum Glück halbstündlich, weshalb ich noch einen anderen Zug erwischt habe. Hatte genau 10 Minuten Zeit von Gleis 2 auf Gleis 5 (oder so ähnlich) zu kommen, was heißt, dass ich mit meinem Gepäck, das ein beachtliches Gewicht hatte, die Treppen rauf und runterrennen musste, um den Zug nicht auch noch zu verpassen. Mit dem Flug ging erfreulicherweise alles in Ordnung (von den betrunkenen Briten um mich herum mal abgesehen). Einen Absturz hätte ich zu dem Zeitpunkt allerdings auch nur noch achselzuckend zur Kenntnis genommen, weil es mich nicht mehr gewundert hätte. Die Deutsche Bahn gehört sicherlich nicht zu den Dingen, die ich hier vermissen werde.

Donnerstag, 3. Mai 2007

Auf dem Bristol-Bath-Railwaypath

Katharina und ich hatten uns überlegt an einer Charityfahrradtour von London nach Paris teilzunehmen. Um der Strecke von läppischen 244 Meilen (das sind an die 400 Km) "up and down the hills" (laut Beschreibung) besser gewachsen zu sein, mussten wir natürlich vorher ordentlich trainieren. Für´s erste hatten wir uns dafür den Railwaypath zwischen Bristol und Bath ausgesucht, der immerhin ca. 20 Km an einer alten stillgelegten Bahnstrecke entlang führt. Hanna, einer Freundin von St. Christopher´s, ist auch noch zu uns gestoßen. Zusammen haben wir uns dann mit reichlich Proviant auf den Weg gemacht. Allerdings mussten wir zunächst den Weg ersteinmal finden, was wie immer natürlich einige Zeit in Anspruch genommen hat. Erschwerend kam dann noch hinzu, dass die arme Hanna ständig Gefahr lief von ihrem Fahrrad vergewaltigt zu werden, da der Sattel immer wieder nach hinten wegrutschte. Die Strecke ist ganz schön und leicht zu fahren, da man von den vielen kleinen und großen Hügeln verschohnt bleibt. Wir waren allerdings auch nicht besonders schnell, da wir immer wieder angehalten sind, um etwas zu essen oder Fotos zu machen. Hier sieht man noch den alten Bahnsteig, der mittlerweile stillgelegten Bahnstrecke. Dieser Bahnhof ist noch in Betrieb, allerdings nur für eine kleine historische Eisenbahn für Touristen. Wir haben ihn für eine kleine P...pause genutzt.















Nachmittags kamen wir dann schließlich in Bath an.

Bei der Gelegenheit bin ich dann endlich mal dazu gekommen, das Jane Austen Centre zu
besichtigen, was ich schon lange einmal vorhatte. Wir wurden dort höflich von einem jungen Mann in zeitgenössischer Montour empfangen. Leider stellte sich das bereits als Höhepunkt unseres Besuches heraus, denn das Jane Austen Centre war insgesamt doch eine ziemliche Enttäuschung.
Unsportlicherweise haben wir auf dem Rückweg den Zug nach Bristol genommen, anstatt mit dem Fahrrad zurückzufahren. Dabei ist mir aufgefallen, dass es den Bahnbeamten doch sehr an der berühmten englischen Höflichkeit mangelt. In England sind die Mitarbeiter der Zuggesellschaften genauso wenig Gentleman wie in Deutschland. Als Katharina und ich dann auf dem Heimweg schnaufend und desillusioniert die Gloucesterroad hochgeradelt sind, haben wir beschlossen, dass wir unsere Kondition doch wohl bei weitem überschätzt haben und bei einer Fahrradtour von England nach Frankreich keine so gute Figur machen würden, wenn wir schon nach der recht geraden 20 Km langen Strecke nach Bath dermaßen erledigt sind.