Simone, Christian und ich haben uns mit Simones Beetle und unserem Navigator Werner auf Expedition durch England und Wales gemacht. Hier ist ein kleiner Reisebericht:
Tag 1: Bristol
Tag 1: Bristol
Simone und Christian haben bei ihrer Ankunft in England schon einmal Bekanntschaft mit den Clippen von Dover und Dover Castle gemacht. Nach einem Abstecher zu Stone Henge und Bath sind sie dann schließlich bei mir in Bristol angekommen. Ich habe dann gleich am nächsten Tag mein altbewährtes Touriprogramm durchgezogen und die beiden durch die Stadt gejagt. Auch sie sind nicht um einen Abstecher zur Clifton Suspencion Bridge drumherum gekommen, wo wir ersteinmal einige Fotos geknipst haben wie sich das für anständige Touristen gehört.
Gestärkt durch eine ausreichende Koffeinzufuhr im Garten meines Lieblingscafés Boston Tea Party, haben wir uns an den Aufstieg des Cabot Towers gemacht, um von dort aus die Aussicht über Bristol zu genießen. In Bristol begegnet einem der Name John Cabot überall. Ihm wurde nicht nur dieser Turm und der dazugehörige Park gewidmet, sondern auch eine Statue am Hafen, außerdem werden zahlreiche Pubs nach ihm benannt. Ich habe mich daher mal schlau gemacht und von einem Arbeitskollegen erfahren, dass er wohl einer der ersten Europäer gewesen ist, der in Amerika gelandet ist. Sein Schiff hat anscheinend in Bristol abgelegt, wo er auch gewohnt hat. Soviel dazu, konnte mir die Klugscheißerei gerade nicht verkneifen, obwohl dieser kleine Ausflug in Bristols Historie zugegeben nicht so interessant war.
Nach einem Abstecher im Georgeon Haus und der Bristol Cathedral haben wir uns ein Pint im Old Duke gegönnt, auf das sich vor allem Christian bereits den ganzen Tag gefreut hatte.
Nach einem Abstecher im Georgeon Haus und der Bristol Cathedral haben wir uns ein Pint im Old Duke gegönnt, auf das sich vor allem Christian bereits den ganzen Tag gefreut hatte.
Tag 2: Tintagel und St. Ives (Cornwall)
Nach dem Aufstieg zu den Ruinen, haben wir ganz in britischer Manier ein ausgedehntes Picknick veranstaltet.
Als Simone und Christian mir auf meine Fragen hin, ob wir jetzt mal losgehen wollten, um die Burg zu besichtigen, versicherten, dass wir uns bereits auf der Burg befänden, musste ich verstellen, dass es mir doch gewaltig an Fantasie mangelt.
War aber trotzdem schön.
Als dann schließlich der typische englische Dauernieselregen einsetzte, verließen wir Tintagel und beschlossen auf dem Weg zu unserer Unterkunft in Plymouth (Turnchapel) in St. Ives vorbeizuschauen. Wegen der besseren Aussicht, beschlossen wir an Stelle der Autobahn über die Landstraßen zu fahren, was sich als schwerwiegender Fehler herausstellte. Englische Landstraßen sind dermaßen eng, dass keine Autos aneinander vorbeifahren können. Das hieß also, dass ein Fahrer häufig wieder rückwärts zu einer breiteren Stelle zurückfahren muss, um das entgegenkommende Auto vorbeilassen zu können. Hinzu kam noch, dass die Straßen um Tintagel ziemlich steil waren. Als Autofahrer ist man vielleicht mit dem Anfahren bei einer Steigung vertraut, doch Rückwärtsfahren im Gefälle gehört zumindest in emsländischen Fahrschulen nicht zu den gängigen Lektionen. Auf den Schreck hin gönnten Simone und ich uns ersteinmal in St. Ives einen Kaffee im Regen während Christian mit Souvenir- bzw. Ansichtskartenshoppen beschäftigt war.
"Kafeekaffeekaffee!!!"
Unglücklicherweise gab es in St. Ives zu viel Regen und zu viele Touristen, so dass wir uns zeitig auf den Rückweg zu unserer Unterkunft in Turnchapel/Plymouth machten, einem netten Pub namens Boringtom Arms.
Tag 3: Minack Theatre (Cornwall)
Als wir auf dem Weg nach Minack eine Autopanne wegen eines Surfbretts hatten, das von dem Dach eines vor uns fahrenden Autos auf die Straße fiel, drängte sich uns der Verdacht auf, dass dieser Urlaub unter keinem guten Stern stand. Doch obwohl (oder erstrecht, aus Trotz)
und dieser Vorfall einige Zeit kostete, haben wir unser Ziel nicht aus den Augen verloren und erreichten am späten Nachmittag Minack Theatre.
und dieser Vorfall einige Zeit kostete, haben wir unser Ziel nicht aus den Augen verloren und erreichten am späten Nachmittag Minack Theatre.
Wie man sieht handelt es sich hierbei um eine Art Freilichtbühne, die direkt an bzw. in den Klippen gelegen ist. Hier werden bevorzugt Shakespeare Stücke gespielt. Leider hatten wir keine Karten und auch das Wetter war nicht so schön, so dass wir uns nur das Theater angesehen und uns im dazugehörigen Kaffee einen typischen Cream Tea zu Gemüte geführt haben.
Scones (so was wie Milchbrötchen) mit Whipped Cream (sehr steifer Schlagsahne) und Marmelade. Yummy!
Tag 4: Manchester
Auf unserem Rückweg war Werner etwas zickig und hat uns seine Dienste versagt. Das hat ihm einige Sympathiepunkte gekostet, obwohl er sich bis zu dem Zeitpunkt als sehr zuverlässig erwiesen hat, denn wir mussten nun ohne ihn den Weg zurück nach Bristol finden. Zur Strafe wurde er über Nacht ins Handschuhfach verbannt.
Tag 5: Cheddar und Wells
Nachdem wir in den letzten Tagen sowohl Werner als auch Simones Beetle etwas überbeansprucht hatten, erkundeten wir das Bristoler Umfeld. Unser erstes Ziel war Cheddar, wo der berühmte Cheddar Käse herkommt (wie am Namen unschwer zu erkennen ist). Leider wurde dieses hübsche Städtchen völlig durch den Tourismus verhunzt und die Attraktionen wie die Tropfsteinhöhlen etc. sind völlig überteuert. Nichtsdestotrotz ist Cheddar sehr schön zwischen Felsen gelegen, so dass man sogar der ein oder anderen freilaufenden Ziege begegnet.
Nach einem kleinen Imbiss haben wir ein bisschen Käseshopping betrieben, wobei vor allem Christian eine Leidenschaft für Cheddarkäse entdeckte und sich einen ordentlich Vorrat zulegte. Simone und ich bevorzugten da
Von Cheddar fuhren wir nach Wells, um die Wells Cathedral zu besichtigen. In Wells ist allerdings der Busbahnhof alleine schon die Reise wert, da die Hinweisschilder dort dermaßen schlecht in Deutsch übersetzt wurden, dass es sich hierbei nur um eine Touristenattraktion handeln kann. Hier ein paar Kostproben:
Diese Schilder stiften eher Verwirrung als das sie für Klarheit sorgen. Was ist zum Beispiel ein Treiber? Der Übersetzer hat nicht nur eine schlechte Grammatik, er muss auch in jedem Vokabeltest versagt haben. Den Ausdruck "Exit Hintern" finde ich allerdings sehr kreativ. Ich bin dafür ihn in die deutsche Sprache aufzunehmen, was immer es auch heißen soll. Ich bin zwar nicht der italienischen Sprache mächtig, aber ich wage zu bezweifeln, dass "autisti" die korrekte Übersetzung für "driver" ist.
Tag 6: The Gower (Wales)
Bedauerlicherweise holte uns malwieder der nervige englische Nieselregen ein, so dass wir den Strand verlassen mussten, um unsere Fahrt nach Rhossili fortzusetzen. Dieser Ort ist genauso idyllisch wie sein Name. Er hat einen enormen Sandstrand und wunderschöne Clippen. Durch die raue See und dem Wind kam bereits eine herbstliche Atmophäre auf.
