Der letzte Eintrag ist ja nun wirklich laaange her. Bin aber auch zugegeben hinsichtlich der Erkundigung des Vereinigten Königreichs etwas bequem geworden. Ich habe jetzt seit langer Zeit mal wieder einen Kurztrip unternommen und mich auf eigene Faust in den Brecon Beacons Nationalpark aufgemacht.

Am nächsten Tag habe ich mich nach Hay-on-Wye aufgemacht. Auf dem Weg dorthin konnte ich noch mehr von der schönen Landschaft bewundern. Allein dafür hätte sich die lange Busreise schon gelohnt. Doch Hay-on-Wye ist sowieso eine Reise wert, denn die Stadt trägt ihren Beinamen "City of books" zurecht. An jeder Ecke findet sich eine große, verwinkelte, charmante Buchhandlung, wo man zumeist gebrauchte aber auch neue Bücher erstehen kann.

Auf dem Weg zum Bahnhof habe ich übrigens das Geheimnis gelüftet warum die Busse in Bristol niemals pünktlich sind. Es ist eigentlich kein wirkliches Geheimnis, denn die Lösung ist ziemlich eindeutig. Den Busfahrern geht die Einhaltung des Fahrplan schlicht und einfach am Arsch vorbei oder wie man hierzulande sagen würde: "They don´t give a shit". Der Busfahrer hielt einfach auf einmal bei einem großen Supermarkt an, nahm die Tageseinnahmen an sich und schloss uns Fahrgäste ein. Den Grund hierfür (wahrscheinlich um sich Zigaretten zu holen) und den Zeitpunkt seiner Rückkehr verriet er nicht. Als er dann (wie mir schien) nach einer Ewigkeit zurückkam, versuchte er die Verzögerung durch eine halsbrecherische Fahrweise wieder aufzuholen. Ohne patriotisch oder spießig klingen zu wollen, aber in Deutschland hätte er sich das nicht erlaubt.
Aber glücklicherweise bin ich heil und gesund und vor allem rechtzeitig am Bahnhof angekommen. Meinen Anschlusszug verpasste ich jedoch, da ich nur fünf Minuten zum Umsteigen hatte, die ich damit vergeudete kopf- und planlos im Bahnhof von Gleis zu Gleis zu hetzen anstatt gleich jemanden zu fragen, der sich damit auskennt. Daraus habe ich jedoch gelernt: Wer nicht fragt, irrt rum. Daher nahm ich mir vor in Zukunft sofort zu fragen und wenn die Antwort auch noch so sehr auf der Hand liegt.
Mein erstes Ziel war Abergavenny oder Y Fenni, wie es so schön auf walisisch heißt. Ich habe mich ja schon früher über meine Faszination über diese Sprache ausgelassen, daher werde ich mich jetzt etwas zurückhalten. Komme jedoch einfach nicht über die wirre, scheinbar völlig wahllose Ansammlung von Konsonanten hinweg. Wenn ich ein Wort in dieser Sprache sehe habe ich keine Ahnung, was es bedeuten könnte. Wer würde zum Beispiel darauf kommen, dass croecawiad "Willkommen" heißt oder gorsaf "Bahnhof" oder llety efrydwyr (schönes Wort) "Jugendherberge". Immer wenn ich Leute auf der Straße in dieser Sprache sprechen gehört habe, hatte ich das Gefühl ich müsste sie eigentlich verstehen. So als ob sie Englisch sprächen, aber nuschelten. Dabei verstehen nicht einmal die Engländer walisisch. Das ist aus der Sicht der Walisen auch gut so, denn diese können (vor allem in ländlichen Regionen wie in den Brecon Beacons) sehr nationalistisch und englandfeindlich sein, wie ich mir sagen lassen habe. Daher ist es für sie ganz praktisch über ihre Nachbarn in deren Gegenwart zu lästern. Als Deutsche bi
n ich da ja außen vor und habe nichts von derartigen Feindseligkeiten mitgekriegt. In meinem Backpacker hostel dem "Black Sheep" wurde ich demnach auch freundlich von dem etwas merkwürdigen Besitzer mit einer leichten Alkoholfahne begrüßt. Ich hatte Glück und musste mir mein Vierbettzimmer mit niemandem teilen. Sowieso schien ich in dem ganzen Etablissement der einzige Gast zu sein. Bei einem Spaziergang durch Abergavennys "Innenstadt" wurde mir auch klar warum. Das Städtchen ist an sich ja ganz nett, aber es geht nicht allzu viel. Daher bestehen seine Besucher auch hauptsächlich aus Familien mit Kindern oder Rentnern. Beide Zielgruppen sieht man nicht besonders häufig in den eher schlichten Backpackern absteigen. Aber da ich weder zum Shoppen noch zum Clubben nach
Abergavenny kam, will ich mich gar nicht beschweren. Die Gegend um Abergavenny ist auf jeden Fall wunderschön, wie ich auf einem kleinen Spaziergang in den Castle meadows feststellen konnte.
n ich da ja außen vor und habe nichts von derartigen Feindseligkeiten mitgekriegt. In meinem Backpacker hostel dem "Black Sheep" wurde ich demnach auch freundlich von dem etwas merkwürdigen Besitzer mit einer leichten Alkoholfahne begrüßt. Ich hatte Glück und musste mir mein Vierbettzimmer mit niemandem teilen. Sowieso schien ich in dem ganzen Etablissement der einzige Gast zu sein. Bei einem Spaziergang durch Abergavennys "Innenstadt" wurde mir auch klar warum. Das Städtchen ist an sich ja ganz nett, aber es geht nicht allzu viel. Daher bestehen seine Besucher auch hauptsächlich aus Familien mit Kindern oder Rentnern. Beide Zielgruppen sieht man nicht besonders häufig in den eher schlichten Backpackern absteigen. Aber da ich weder zum Shoppen noch zum Clubben nach Wie auf den Bildern zu erkennen ist, war das Wetter nicht ganz so toll. Um zu vermeiden naßgeregnet zu werden, habe ich mich nicht allzu weit von Abergavenny entfernt. Ist eigentlich schade, denn auf diese Weise ist mir die wahre Schönheit der Landschaft mit ihrer rauen Natur etwas entgangen. 
Daher stammen diese Bilder auch nicht aus meiner Kamera, sondern aus dem Internet. Musste an dieser Stelle ein bisschen mogeln, um einen besseren Eindruck zu vermitteln.
Bevor ich zu meiner Unterkunft zurückging, machte ich noch einen Abstec
her zu Abergavenny Castle (in Wales scheint wirklich jede Stadt eine eigene Burg zu haben), um mich in dem dort untergebrachten Museum umzusehen. Das war zwar ganz nett, wirkte jedoch etwas chaotisch und unaufgeräumt.
her zu Abergavenny Castle (in Wales scheint wirklich jede Stadt eine eigene Burg zu haben), um mich in dem dort untergebrachten Museum umzusehen. Das war zwar ganz nett, wirkte jedoch etwas chaotisch und unaufgeräumt. Man kann sich ja über den vielen Regen in England und Großbritannien beschweren soviel man will, aber nur ihm verdankt diese Insel ein so sattes grün und die Gelegenheit Regenbögen zu
fotografieren.
Hay-on-Wye
Nach einigem Stöbern in den unterschiedlichen Shops und Mittagessen in einem überteuerten Bistro, habe ich Hay Castle (natürlich hat auch diese Stadt eine Burg) und den Honesty bookshop entdeckt. Hierbei handelt es sich schlicht und einfach um eine Ansammlung von Bücherregalen, die im Freien stehen. Jeder kann sich hier bedienen, worauf sich darauf verlassen wird, dass der Käufer das Buch nicht einfach mitgehen lässt, sondern 30 bzw. 50 Pence in den bereitgestellten Briefkasten wirft. Ich find das eine sehr charmante Idee. Leider sind die Bücher, da sie bei Wind und Wetter (das in Großbritannien meistens schlecht ist) draußen sind, in keinem so guten Zustand.
In Hay Castle ist ebenfalls ein Kuriositätenlädchen untergebracht. Hier werden relativ ungeordnet nostalgische Gegenstände und Second Hand Klamotten aus den 30er bis 60er Jahren verkauft. Sehr süß. Man bekommt in diesem Städtchen ohnehin ein wenig das Gefühl die Zeit sei irgendwann stehengeblieben.
Bevor ich mich auf den Rückweg machte, habe ich natürlich noch ein Buch erstanden. Es handelt sich hierbei um eine Ansammlung von deutschen Sprichwörtern und Redensarten und deren englischen Gegenstücke. Endlich habe ich die Gelegenheit auch in der englische Sprache abgedroschene Sprüche zu benutzen. Hier zum Schluss noch ein kleines Quiz. Welches deutsche Sprichwort könnte folgenden entsprechen?
a) With his tail between his legs
b) No bees, no honey; no work, no money
c) Kill two birds with one stone
d) Better to ask the way than go astray (mein neues Lieblingssprichwort)
Lösung
a) Wie ein begossener Pudel
b) Kein Fleiß, kein Preis
c) Zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen
d) Mit Fragen kommt man durch die ganze Welt

1 Kommentar:
Oh, LA LA! Da ist endlich mal was zu lesen. Toll! Weiter so. Mach mal wieder ein paar Ausflüge!
(Ich werde hoffentlich heute auch noch die Zeit für etwas bloggen finden, denn ich bin jetzt seit genau einem Monat hier!)
Kommentar veröffentlichen