Montag, 18. Juni 2007

Portishead

Ich habe am Wochenende beschlossen, dass es malwieder Zeit ist dem Stadtleben zu entkommen und Katharina gezwungen mit mir eine Fahrradtour an die See, genauer nach Portishead, zu unternehmen. Das hat sich letztendlich als eine ziemlich gute Idee herausgellt, auch wenn sich in diesem Fall der Ausdruck "an die See fahren" netter anhört als es ist. Die Fahrradroute nach Portishead führt mitten durch die englische Pampa, die sehr schön ist und (wobei ich mich wahrscheinlich wiederhole) einige verwunschene Eckchen hat. Wie zum Beispiel dieser wunderschöne Teich (Abbots Pool), der im Mittelalter von Mönchen angelegt wurde. Allerdings war der Pfad auch ziemlich hügelig, so dass wir auf dem Rückweg schändlicherweise einige Male von unseren Fahrrädern absteigen und schieben mussten. Das hat uns einmal mehr davon überzeugt, dass eine Fahrradtour von London nach Paris bei unserer schlechten Kondition wohl keine so gute Idee ist. Aber immerhin arbeiten wir uns langsam voran. Erst Easten Park, dann Bath, dann Portishead und schließlich die Welt (warum bescheiden sein). Ein weiteres Hindernis war, dass sich unsere Fahrradkarte, die wir umsonst in der Touristeninfo abgestaubt hatten, als ziemlich nutzlos herausstellte, so dass wir auf die seltenen und manchmal etwas widersprüchlichen Wegweiser angewiesen waren, was unseren Trip eher zu einer Schnitzeljagd machte (heißt es eigentlich Schnitzel- oder Schnipseljagd? Machst irgendwie beides keinen Sinn. Habe mich das immer schon gefragt).

Es war schön zu sehen, dass auf dem englischen Land noch die guten alten roten Telefonzellen zu finden sind, die in den Städten größtenteils verschachert und durch hässliche morderne ersetzt wurden.
Von Portishead waren wir ein wenig enttäuscht. Leider sind die Küstenkleinstädte rund um Bristol nicht annähernd so schön wie die See in Cornwall, Devon oder Wales. Wir mussten zu unserem Bedauern feststellen, dass wir etwas zu optimistisch waren, als wir unsere Badesachen eingepackt hatten, um uns bei dem schwülen Wetter im Meer abkühlen zu können, denn die Strömung am Ufer ist dermaßen stark, dass das Meer zum Baden zu gefährlich ist. Aber wie heißt es so schön "Der Weg ist das Ziel". Einer der vielen englischen Rentnertouristen, die ein Picknick in oder in einem Klappstuhl neben ihrem Auto machten, hat uns über die Gezeitenwechsel und dem Schiffsverkehr aufgeklärt. Allerdings habe ich ihm aus Trotz nicht zugehört, da ich es nicht leiden kann, wenn mir jemand ungefragt unnütze Informationen aufdrängt.














Wir haben uns ersteinmal mit frischgepflückten Erdbeeren gestärkt, die wir auf dem Weg erstanden hatten. Später haben wir uns dann doch noch mit Softeis und Kaffee belohnt. Gesunde Ernährung ist nicht immer unbedingt befriedigend.
Dank Zucker und Koffein fanden wir schließlich die Motivation uns mit unseren Fahrrädern auf den Rückweg zu machen, anstatt den Zug zurück zu nehmen.

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