Montag, 15. Januar 2007

Glastonbury

Habe letztes Wochenende einen spontanen Ausflug nach Glastonbury gemacht, der Hippie-Hauptstadt, weil ausnahmsweise das Wetter schön und ich ein bißchen hyperaktiv war.
Nach einer Irrfahrt durch die Bristoler Innenstadt mit meinem Fahrrad (Fahrrad fahren ist ganz schön gefährlich in Bristol, erstrecht für jemanden, der von den Münsteraner Verhältnissen verwöhnt ist), kam ich dann endlich am Zug- und Busbahnhof Temple Mead an. Dort musste ich mich erneut auf die Suche nach meiner Haltestelle begeben, was mich schier zur Verzweiflung getrieben hat. Hätte ich nicht den dringenden Wunsch verspürt für einen Tag aus Bristol rauszukommen und mehr von dem Land zu sehen, in dem ich jetzt lebe, hätte ich schon längst aufgegeben. Nachdem ich mich durchgefragt hatte, fand ich die besagte Haltestelle endlich und konnte schließlich in den Bus einsteigen, der mich zunächst nach Wells bringen würde, wo ich dann in den Bus nach Glastonbury umsteigen musste. Natürlich hatte er Verspätung, was in England glaube ziemlich normal ist. Während der Fahrt habe ich dann die wirklich schöne, wenn auch nicht besonders spannende englische Landschaft bewundert. Ich war dabei wohl etwas zu abgelenkt, so dass ich einen riesen Schreck bekam, als ich auf einmal das Wort Wells las. Voller Panik, ich könnte meine Haltestelle verpassen, sprang ich auf, lief zum Busfahrer und sagte ihm, ich müsse sofort aussteigen. Verblüfft, aber höflich teilte er mir mit, dass er das gerade nicht könnte, aber er könne mich an der nächsten Haltestelle herauslassen. So stand ich dann mitten in Wells, anstatt einfach abzuwarten bis er an dem Busbahnhof hält, wo ich vielleicht noch trotz der Verspätung meinen Anschlussbus bekommen hätte. Na ja, aber so hatte ich wenigstens die Gelegenheit Wells zu besichtigen und dieses Foto von der beeindruckenden "Wells Cathedral" zu machen. Wells ist eigentlich ein ganz schönes Städtchen, allerdings ein wenig "posch" mit seinen feinen Teestübchen und Parks. Daher machte ich mich dann auch bald Richtung Busbahnhof auf, um den nächsten Bus nach Glastonbury zu erwischen.



In Glastonbury erwartete mich dann das genaue Gegenteil. Mein Reiseführer bezeichnet diese Stadt zurecht als Hippiehauptstadt. Es gibt dort viele witzige, kleine Lädchen, in denen man die unterschiedlichsten, obkursten Dinge erwerben kann. Angefangen von Büchern über Hexenzirkel etc. bis hin zu Buddastatuen und anderen Hippiekram. Zugegeben diese Foto sagt nicht viel über die Stadt aus. Wenn man durch den Gang hindurchgeht, kommt man in einen kleinen, verwinkelten Innenhof (wollte mich da nicht ganz so offensichtlich als Touri enttarnen, daher habe ich kein Foto davon gemacht). Dort findet man weitere kleine Lädchen und Gebäude, in denen die unterschiedlichsten Seminare stattfinden. Nachdem ich einige Zeit durch die Läden gebummelt bin, wobei ich mir ständig ein süffisantes Grinsen verkneifen musste, habe ich mich dann auf den Weg zum "Glastonbury Tor" gemacht (nachdem ich mich schlauerweise vorher bei der Touristeninformation über den Weg erkundigt habe, um weiteres Herumirren zu verhindern). "Tor" ist übrigens das Celtische Wort für Berg und der Turm, der auf dem Berg steht, ist der "ST. Michael´s Tower". Der ist das Überbleibsel eines Klosters, die da vor Zeiten mal gestanden hat, wie ich dem schlauen Touristenführer entnehmen konnte. Katharina hat mir erzählt, dass sich da angeblich die Legende von König Arthur ("Die Nebel von Avalon") abgespielt haben soll. Tatsächlich war der Berg früher wohl häufig überschwemmt und daher war es oft nebelig dort.

Obwohl es schon dämmerte als ich anfing den Berg hochzustiefeln, war es nicht wirklich so dunkel wie auf diesem Foto. Sieht, zugegeben etwas gruselig aus.

















1 Kommentar:

Eivind hat gesagt…

Hey, nice photos from Glastonbury. Remember going up to the Tor when we went last year. Was quite exhausted when we reached the top... :-p